Geistlicher Übungsweg

Ein täglicher Weg mit Bibelwort, Andacht und stiller Übung

Woche 07

Gefahren auf dem geistlichen Weg erkennen und überwinden

Tag 02

Die Gefahr, durch Unglauben Gottes Wirken im eigenen Leben zu begrenzen

Die Gefahr, durch Unglauben Gottes Wirken im eigenen Leben zu begrenzen

Psalm

Hörtext

Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.

Selbsterfüllende Prophezeiungen und die Kraft unserer Gedanken

In der Alltagspsychologie ist der Begriff „selbsterfüllende Prophezeiung“ gut bekannt. Damit ist gemeint: Was ein Mensch fest erwartet, beeinflusst oft sein Denken, Fühlen und Handeln. Dadurch kann am Ende genau das eintreten, was er vorher befürchtet oder erwartet hat.

Ein einfaches Beispiel: Jemand denkt vor einem Gespräch: „Das wird bestimmt schiefgehen.“ Dadurch wird er unsicher, spricht ängstlich oder zieht sich zurück. Der andere Mensch reagiert vielleicht ebenfalls zurückhaltend. Am Ende sagt man: „Ich wusste doch, dass es schiefgeht.“ Dabei hat die eigene Erwartung das Ergebnis mit beeinflusst.

Auch die Bibel nimmt unsere Gedanken sehr ernst. Sie zeigt uns, dass unser Denken unser Leben, unsere Entscheidungen und unseren Umgang mit anderen Menschen prägt. Deshalb lädt Gott uns ein, unsere Gedanken immer wieder zu prüfen und erneuern zu lassen.

Christlicher Glaube bedeutet dabei nicht einfach positives Denken. Wir müssen uns nicht einreden, dass alles gut wird. Wir dürfen Schwierigkeiten, Ängste und Sorgen ehrlich wahrnehmen. Aber wir müssen ihnen nicht die Herrschaft über unser Denken überlassen. Wir können unsere Gedanken im Licht Gottes betrachten.

Ein ängstlicher Gedanke sagt vielleicht: „Ich bin allein.“ Der Glaube erinnert uns: „Gott ist bei mir.“ Ein hoffnungsloser Gedanke sagt: „Es hat keinen Sinn mehr.“ Der Glaube antwortet: „Gott kann neue Wege öffnen.“ Ein verletzter Gedanke sagt: „Ich kann niemals vergeben.“ Der Glaube erinnert uns daran, dass Gottes Liebe und Gnade Veränderung möglich machen.

Unsere Gedanken sind nicht immer die Wahrheit. Manche entstehen aus Angst, alten Verletzungen, Enttäuschungen und schlechten Erfahrungen. Deshalb dürfen wir fragen: „Welcher Stimme glaube ich? Meiner Angst? Meiner Vergangenheit? Meinen negativen Erwartungen? Oder vertraue ich auf das, was Gott über mich und mein Leben sagt?“

Glaube verändert nicht automatisch alle äußeren Umstände. Aber der Glaube kann unseren Blick auf die Umstände verändern. Wenn wir lernen, unsere Gedanken auf Gott, seine Gegenwart und seine Verheißungen auszurichten, können aus Angst Vertrauen, aus Hoffnungslosigkeit neue Hoffnung und aus innerer Unruhe Frieden wachsen.

Deshalb beginnt geistliche Veränderung oft in unserem Denken. Wir dürfen unsere Gedanken vor Gott bringen und beten: „Herr, zeige mir, welche Gedanken mich gefangen halten. Hilf mir, Lügen, Ängste und falsche Erwartungen zu erkennen. Erneuere mein Denken durch deine Wahrheit und lehre mich, dir zu vertrauen.“

Hörtext

Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.

Betrachte die Auszüge aus dem Psalm 139 betend/ meditierend

Meine Gedanken vor Gott

Herr, du erforschst mich und kennst mich. Du weißt, wann ich sitze und wann ich aufstehe. Du verstehst meine Gedanken von ferne.

Du siehst meinen Weg und kennst alle meine Wege. Noch bevor ein Wort auf meiner Zunge liegt, weißt du, Herr, schon darum.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist zu wunderbar für mich.

Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist? Wohin könnte ich fliehen vor deiner Gegenwart? Auch in der Dunkelheit bist du bei mir. Denn selbst die Finsternis ist für dich nicht dunkel.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken.

Sieh, ob ich auf einem Weg bin, der mich von dir und vom Leben wegführt, und leite mich auf deinem guten und ewigen Weg.